„Die ungarische Wasserdirektion hat im Januar 2020 Teile eines Auenwaldes in der Nähe von Theiß abgeholzt. Die Umweltorganisation World Wildlife Fund (WWF) erhebt nun schwere Vorwürfe gegen die ungarischen Behörden, diesen von der Europäischen Union geschützten Wald illegal abgeholzt zu haben“, erklärt Kommunikationsexperte Michael Oehme. Das Dorf mit dem alten Auenwald befindet sich etwa 120 Kilometer südöstlich der ungarischen Hauptstadt Budapest.
„Teile
des Gebiets sind von der EU als Natura 2000-Gebiet geschützt, um
seltenen und bedrohten Arten, einschließlich Schwarzstörchen, einen
zentralen Brut- und Ruheplatz zu bieten“, betont Oehme außerdem und bezieht sich auf Angaben des WWF. Demnach gehören
Überschwemmungswälder - ein Gebiet in der Nähe der Ufer eines
hochwassergefährdeten Flusses - zu den am stärksten gefährdeten
Lebensräumen in Ungarn.
Die NGO hat die Hochwassermanagementpraktiken des Landes als „nicht nachhaltig“ eingestuft.
Es wurde argumentiert, dass in vielen früheren Fällen das Fällen von
Bäumen zur Verringerung von Überschwemmungen nicht zum Schutz des
menschlichen Lebens und der Ansiedlung durchgeführt worden sei und die Tier- und Umwelt dadurch gefährdet werde.
„Ein
großer Teil der Überschwemmungswälder und Feuchtgebiete war auf
Uferböschungen beschränkt, und landwirtschaftliche Gebiete haben
hauptsächlich diese ehemaligen großen Auen ersetzt.
Fraglich bleibt auch bislang, ob die Abholzung tatsächlich ohne eine
entsprechende Genehmigung durchgeführt wurde“, erklärt
Kommunikationsexperte Michael Oehme außerdem.
Unterdessen forderte der WWF die Verhängung gesetzlicher Sanktionen gegen die Nationale Wasserdirektion in Ungarn. Diese wies die Behauptung des WWF zurück. Die Abholzung sei nicht illegal. Man sei den Ministerialverordnungen gefolgt und habe die Genehmigung der örtlichen Bezirksregierung erhalten. Des Weiteren gehöre das Fällen von altem Baumbestand zur Verjüngung der Wälder dazu und dies sei eine etablierte Politik, um die Fortpflanzungszeit der seltenen Arten, die das Gebiet als Heimat bezeichnen, nicht zu stören.
„Ungarns rechtskonservative Regierung unter Viktor Orbán ist nicht
gerade für sein Engagement in Sachen Umweltschutz bekannt“, erklärt
Michael Oehme abschließend.
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