Erinnern Sie sich noch an den netten Privatdetektiven Thomas Magnum, der dem Hawai-Hemd zu neuer Berühmtheit verhalf? Und Jonathan Quayle Higgins, diesen kleinen Mann mit hochsitzenden Khaki-Hosen, der seinen Job als Verwalter des Anwesens von Robin Masters besonders dann ernst nahm, wenn Magnum mit dem Masters-Ferrari die Rosenbeete platt fuhr? Sein „Oh mein Gott Higgins“ jedenfalls ist legendär als er die Treppen des Gästehauses herunterstieg und in Angesichts auf dem Boden verstreut liegender Kleidungsstücke, dreckigem Geschirr dessen Essensreste dereinst wer-weiß-etwas gewesen sein mochten und leerer Bierdosen die Frage stellte: „Räumen Sie denn nie auf?“ Dieses „Oh mein Gott Higgins“ kam mir in den Sinn, als ich die Zusammenfassung des Österreichischen „Ethik-Rates“ zur Umsetzung eines Ethik-Kodexes für PR-Fachleute im Zusammenhang mit Online-Kommunikation las. Danach sei das Internet intransparent. „Anonyme Postings in Internetforen, getarnte Werbetexte, unklare Verantwortungen“, schreibt marketing & media hierzu. Die Leidtragenden seien die Konsumenten.
Die Antwort
Angeregt wird, „Werbetexte“ im Internet als solche zu
kennzeichnen. Auch solle klar herausgestellt werden, welches Interesse der
Autor eines Textes hat und welche „Abhängigkeiten“. Zusätzlich sollten sich
PR-Schaffende im Sinne einer freiwilligen Selbstverpflichtung an ähnliche
Vorgaben halten, wie sie (zumindest teilweise) für klassische Medien gelten und
als solche auch umgesetzt werden.
Problem
Wir unterstellen mal, dass diese Vorgehensweise
ernstgemeint war. Mit der Realität hat sie jedoch wenig zu tun, zumal deren
Umsetzung ein klarer Nachteil für Werbeschaffende und PR-Fachleute wäre. Der
kleine Teil dieser Zielgruppe würde sich an Vorgaben halten, den der Rest der
Internetnutzer nicht interessiert. Das Internet ist nun mal sozialistisch:
jeder kann es nutzen, wenn er einen geeigneten Rechner hat. Gerade Blogger
veröffentlichen dabei oft Texte, von deren Relevanz si überzeugt sind, zeigen
Meinung und – wie im wirklichen Leben – nutzen dies auch andere für sich aus,
beispielsweise indem sie eine enge „Partnerschaft“ mit Bloggern pflegen. Die
Grenze zwischen Werbetexten und unabhängigen journalistischen Texten ist dabei
fließend. Der Wert von Texten, dies lernt man im ersten Semester, wenn man PR
studiert, besteht zudem darin, in einem an und für sich sachlich-fachlichen
richtigen Text eine kleine Werbenote unterzubekommen.
Anregung
Wäre es da nicht erstrebenswerter, wenn man schon mehr
Transparenz möchte, dass in Deutschland empfangbare Internetseiten auch
deutschen Regeln unterliegen und sich beispielsweise durch ein Impressum legitimieren müssten? Auch wäre eine
offizielle deutsche Stelle für Anliegen wichtig, an die man sich wenden kann,
wenn User eine ausländische Domain nutzen, die man rechtlich nicht oder kaum
erreichen kann. Dies würde dazu beitragen, als Internetnutzer schneller zu
seinem Recht zu kommen.
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